Ausstellung „Die Stadt der Zukunft“
10. Mai - 20. September in Stuttgart

Wie sieht unsere Zukunft aus, wenn das Wahlprogramm einer einzigen Partei vollständig umgesetzt würde? Mit dieser spannenden Frage beschäftigte sich der Vortrag „Stadt der Zukunft? Zwischen Fakten und Pixeln“ von Soziologe und KI-Spezialist Thomas Staehelin. Anhand der in der Ausstellung gezeigten KI-generierten „Wimmelbilder“ erklärte Staehelin, wie künstliche Intelligenz politische Visionen in Bilder übersetzt. Grundlage dafür waren die Wahlprogramme der im baden-württembergischen Landtag vertretenen Parteien. Mithilfe identischer Prompts ließ die KI zunächst Zukunftsszenarien entstehen, die anschließend in symbolhafte Bildwelten übertragen wurden. Dabei wurde deutlich, dass KI keine objektive Wahrheit liefert. Politische Inhalte werden teilweise vereinfacht, falsch interpretiert oder gar nicht erkannt. Die Bilder sind daher keine Vorhersagen, sondern kreative Deutungen, die zum Nachdenken anregen sollen. Neben der Entstehung der Bilder gab Thomas Staehelin Einblicke in die Funktionsweise künstlicher Intelligenz. Er erläuterte unter anderem den Eliza-Effekt – die menschliche Neigung, KI-Systemen Verständnis oder Empathie zuzuschreiben – und betonte, wie wichtig ein kritischer Umgang mit den Ergebnissen von KI ist. Die Veranstaltung war Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Stadt der Zukunft“, die noch bis Ende September im Garnisonsschützenhaus auf der Dornhalde jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr besucht werden kann. Auch weitere Veranstaltungen beschäftigten sich mit dem Thema KI und Zukunft: Gezeigt wurde der Spielfilm „Ich bin dein Mensch“, der die Frage nach Liebe in Zeiten künstlicher Intelligenz aufgreift. Zudem widmete sich Wolfgang Tischer in einer Veranstaltung dem Themenkomplex KI und Schriftsteller beziehungsweise Literatur. Die verschiedenen Beiträge zeigten, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz sein kann – von politischen Zukunftsvisionen über gesellschaftliche Fragen bis hin zu Kunst und Literatur.



Alle Bilder: Garnisonsschützenhaus