Pessimismus hält Stella Schaller für keine besonders hilfreiche Haltung in der aktuellen Zeit. Die Transformationsbegleiterin, Speakerin und Autorin nennt sich lieber Possibilistin. Sie sucht in Zeiten von Klimakrise und Kriegen nach dem, was möglich ist – und macht daraus Zukunftsbilder, die Mut zum Gestalten machen.
Die meisten Menschen versuchen, die Zukunft vorherzusagen. Stella Schaller versucht, sie zu erzählen. Ein Zitat des Bildhauers und Aktionskünstlers Joseph Beuys begleitet sie seit Jahren: "Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen." Die Speakerin und Transformationsbegleiterin macht genau das. Ihr Zukunftsbild ist eine Welt, in der wir mehr verbunden sind – mit uns selbst, mit anderen und der Natur.
Die Frau, die Zukunft erzählt
Schaller nennt sich Possibilistin. Für sie beginnt Hoffnung nicht dort, wo alles gut wird, sondern dort, wo Menschen Handlungsspielräume erkennen und anfangen mitzugestalten. Als naiv optimistisch sieht sie sich nicht. Sie hat das Gefühl, dass Hoffnung oft missverstanden werde. „Auch die traurigen Phasen, Wut, Verzweiflung und die Angst gehören zur Hoffnung dazu“, so Schaller. Während Klimakrise und Kriege in unserer Zeit der multiplen Krisen viele Zukunftsbilder verdunkeln, beschäftigt sich Stella Schaller mit einer anderen Frage: Wie werden wir handlungsfähig?
Dass sie beruflich Transformationsprozesse begleiten würde, war lange nicht absehbar. Als Kind interessierte sie sich für Kunst, Fotografie und war sehr naturbegeistert. Erst während ihres Studiums der Medien- und Kommunikationswissenschaft in Hamburg verschob sich ihr Blick. Damals wollte sie Journalistin werden oder mit guter Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Heute blickt sie ernüchtert auf die deutsche Medienlandschaft. Zu oft, findet sie, dominierten Angst, Krisenmodus und Misstrauen in der medialen Berichterstattung. „Medien haben die Verantwortung, konstruktive Geschichten zu erzählen, damit Menschen wieder Vorstellungskraft entwickeln und Handlungsfähigkeit erlangen können“, fordert die heute 35-Jährige.