Der schottische Philosoph Robert Louis Stevenson beschrieb bereits 1877 „extreme Emsigkeit“ als „Zeichen für mangelnde Lebenskraft“ und kritisierte dabei die „paar lebendig-tote[n], abgediente[n] Leute, die sich kaum ihres Lebens bewusst sind, außer in der Ausübung einer konventionellen Beschäftigung.“
Nina Lenz knüpfte in ihrem Vortrag am 23. Juni in der Volkshochschule Tübingen daran an. Sie führte aus, dass stupide Dauerbeschäftigung schöpferisches Denken schädige. Formen von Nichtstun in einer kapitalistischen Gesellschaft können nicht toleriert werden, solange sie keine Leistung erbringen.
Unter dem Titel „Lesen, Schreiben und Nichtstun“ erprobte Nina Lenz eine experimentelle Annäherung an die Frage, wie Lesen und Schreiben heute neu gedacht werden können, jenseits von digitaler Gegenwart, permanenter Erreichbarkeit und gesellschaftlichem Leistungsdruck.