Workshop
(U)Topien im Kleinen

Am 26. September wurde das Centre culturel franco-allemand Karlsruhe zum Ausstellungsort für die Ergebnisse einer besonderen Schreibwerkstatt. Unter dem Titel „(U)Topien im Kleinen“ präsentierten Schülerinnen und Schüler aus Karlsruhe Texte, die in einem mehrwöchigen Workshop unter der literarischen Anleitung der französischen, für den Prix Goncourt nominierten Autorin Hélène Laurain entstanden waren.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stand die Frage, wie sich Orte, Handlungen und Zukunftsvorstellungen durch Sprache neu aneignen lassen. Die 20 entstandenen Texte waren am Tag der Präsentation affichiert und konnten von den Besucherinnen und Besuchern entdeckt und gelesen werden. Dabei zeigten die Arbeiten ganz unterschiedliche Zugänge zum Schreiben: Einige Texte orientierten sich an Listen, inspiriert von Sei Shōnagon, andere näherten sich der Welt aus einer nicht-menschlichen Perspektive.

Besonders war auch das gemeinsame Arbeiten der Jugendlichen: Aus den individuellen Texten entstand zusätzlich ein kollektives Gedicht, in dem sich die verschiedenen Stimmen und Ideen der Teilnehmenden miteinander verbanden.

Bei der Präsentation am Tag der offenen Türen konnten neun der insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten vor Ort vorstellen. So wurde aus den Ergebnissen der Schreibwerkstatt eine begehbare Ausstellung, in der nicht nur fertige Texte zu sehen waren, sondern auch unterschiedliche Perspektiven auf die Gegenwart und mögliche Zukünfte sichtbar wurden.

„(U)topien im Kleinen“ zeigte dabei, wie Schreiben zu einem Mittel werden kann, um sich mit einer von Klimawandel und globalen Krisen geprägten Welt auseinanderzusetzen. Aus Gedanken, Beobachtungen und Vorstellungen entstanden kleine literarische Entwürfe davon, wie Zukunft aussehen könnte – und damit ein Raum, in dem junge Menschen ihre eigene Stimme und ihre Handlungsmöglichkeiten entdecken konnten.

Die Ausstellung machte so aus einem Schreibworkshop mehr als eine Präsentation von Texten: Sie gab den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Perspektiven öffentlich sichtbar zu machen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie sich Zukunft mit Worten gestalten lässt.

Alle Bilder: Luka Iberov