Konzertlesung
Wandlungen

Veränderung ist Bewegung. Oft genügt ein berührender Augenblick, ein unscheinbarer Impuls, der etwas in Bewegung setzt. Sprache verleiht solchen Impulsen Ausdruck, Musik lässt sie hörbar werden.

Bei der gut besuchten Konzertlesung im stimmungsvollen Ambiente des Donauschwäbischen Zentralmuseums erlebten die Besucherinnen und Besucher, wie sich innere Bewegungen in Sprache und Musik entfalten. Der Ulmer Komponist und Pianist Dirk Maassen und die Dichterin Christine Langer gestalteten einen Abend, an dem sich Poesie und Klaviermusik zu einem vielschichtigen Gesamterlebnis verbanden. Wort und Klang begegneten sich im Dialog, überlagernd und in solistischen Passagen. Dabei ergänzten sich die musikalischen und poetischen Elemente, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

Ein wesentliches Merkmal von Christine Langers Gedichten ist ihre ausgeprägte Musikalität. Mit Gespür für Rhythmus und sprachliche Dynamik traten ihre Gedichte, zum Teil eigens für die Klavierstücke verfasst, in Beziehung zu den Kompositionen von Dirk Maassen. Seine Werke verbinden melancholische Tiefe mit emotionaler Kraft. Die Gedichte griffen musikalische Stimmungen auf und setzten poetische Akzente. Träumerische und verspielte, elegische und kraftvolle Passagen loteten die Ausdrucksmöglichkeiten von Sprache und Musik aus.

Das tiefe künstlerische Verständnis zwischen dem Komponisten und der Dichterin zeigte sich auch in den Übergängen, den Wechseln und den bewusst gesetzten Pausen, die die Vorstellungskraft anregten und Raum für Assoziationen eröffneten. Zwischen poetischer Verdichtung und musikalischer Entfaltung entstand eine Atmosphäre, die unterschiedliche Nuancen der Wahrnehmung erfahrbar machte.

Ein sorgfältig komponierter Abend, an dem Worte zu klingen begannen und Musik poetische Bilder entstehen ließ.



Alle Bilder: Dichter dran e.V.