Barbi Marković– Literatur als Racheakt
Moderation: Ulrike Wörner Freitag, 26.06. um 19:30 Uhr
„Ich lasse mich nicht einschüchtern und mache hier, was ich will! Weil Literatur ein pauschaler Racheakt der kleinen, in die Ecke gedrängten Seelen ist. Die Kleinsten sollen die Größten sein“, so Barbi Marković in ihrer Poetikvorlesung Stehlen, Schimpfen, Spielen. Überhaupt ist die Poetik Markovićs, die 2024 den Preis der Leipziger Buchmesse für Minihorror erhielt, eine Poetik der Kontraste.
In ihren Texten verbindet sie das Alltägliche mit dem Absurden, mit Verfahren aus Comic, Videospielen, Popkultur und Slap-stick. Aus Ernst und Leichtigkeit entsteht so eine Spannung, die mit einem lakonischen Erzählton einhergeht. Es ist also nur konsequent, dass ihr Piksi-Buch, das als bestes Fußballbuch des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde, mit dem Satz „Ich hasse Fußball“ endet.
Im Gespräch mit Ulrike Wörner entfaltet sich ein Abend zwischen Lesung und Dialog, an dem neben ausgewählten Textpassagen auch Einflüsse und Abweichungen, Verfahren und die eigensinnigen Verschiebungen der Realität zur Sprache kommen: über Barbi Markovićs Lust, die Texte genau dort beginnen zu lassen, wo die Wirklichkeit ins Stolpern gerät.