Vortrag mit Musikbeispielen von Dr. Ralf Brückmann
Den Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962) und den Komponisten Othmar
Schoeck (1886-1957) verband eine jahrzehntelange, durch einen intensiven
Briefwechsel dokumentierte Freundschaft. Sie verstanden sich als geistige
Weggefährten, tauschten sich über Persönliches und ihre künstlerische Arbeit aus
und gingen unabhängig von Konventionen eigene Wege – Hesse in der Literatur,
Schoeck in der Musik. Hermann Hesses literarisches Werk beherrschen universelle
Themen wie Suche nach Sinn, Selbstverwirklichung, Spiritualität und Freiheit. Damit
spiegelt er nicht nur die kulturellen und geistigen Entwicklungen seiner Epoche,
sondern denkt sie voraus. Othmar Schoeck entwickelte in seiner Lebenszeit, die
musikalisch zwischen Spätromantik und Atonalität schwankte, eine ganz eigene
Klangsprache, die traditionelle Tonalität mit modernen Dissonanzen verband, also
Gegensätze nicht ausschloss, sondern künstlerisch verwertete. Er war ein Erneuerer
des Kunstliedes, seine Werke loten Grenzbereiche aus zwischen Intimität und
sinfonischem Ausmaß. Beide Künstler inspirierten sich gegenseitig: Hesse
bewunderte Schoecks Fähigkeit, Innerstes musikalisch auszudrücken, während
Schoeck Anregungen aus Hesses poetischer Bildsprache schöpfte. Ihre
Freundschaft spiegelte ihre gemeinsame Suche nach künstlerischer und
existenzieller Wahrheit wider – eine Suche, deren Ergebnisse bis heute relevant sind.
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